Stress und Allergien: kann man den inneren Alarm wieder runterschalten.

Du hast hier >>> gelesen, was Epigenetik ist, wie Gene an- und abgeschaltet werden und warum Allergien wie eine Alarmanlage ohne funktionierende Bremse verstanden werden können.

Jetzt geht es um die schwierigere und spannendere Frage:
Wenn das System gelernt hat, falsch Alarm zu schlagen – kann es dann auch wieder umlernen?
Lassen sich Allergien wirklich “abschalten”?


Die ehrliche Antwort lautet:
Nicht immer. Nicht bei jedem. Und nicht in jeder Form.

Anhand von Peters Apfelallergie zeige ich, wie manche Reaktionen vielleicht mehr veränderbar sind, als man denkt. Und was das praktisch für dich bedeuten könnte.

Peter kannte dieses Gefühl gut. Äpfel, Kirschen und Nüsse waren für ihn tabu. Schon kleine Mengen konnten eine Reaktion auslösen.

Ich lernte ihn kennen, kurz bevor er und ich an einem Segeltörn über den Atlantik teilnehmen wollten. Mehrere Wochen auf hoher See. Keine Spezialküche. Kein Arzt in der Nähe. Küsten tausende Kilometer entfernt – und trotzdem wollte Peter mit.

Der Eigner sah das anders. Einen Mann mit mehreren starken Nahrungsmittelallergien einfach mit an Bord nehmen? Nee.

Peter wusste, dass ich als Hypnotherapeutin auch mit Patienten mit Allergien arbeite. Also fragte er mich, ob sich an seinen Reaktionen etwas verändern lässt. Bei rohem Apfel reagierte sein Immunsystem sofort: Kribbeln im Mund. Lippen und Zunge meldeten sich direkt.

Was bei Allergien oft mitläuft

Bei manchen Menschen sehe ich, dass neben der Immunchemie noch eine zweite Ebene mitläuft: Lernen.

Nicht im Sinn von: „Du bildest dir das ein.“ Sondern im Sinn von: Körperliche Systeme können Reiz-Reaktions-Kopplungen lernen.

Prinzipien des Lernens

In der Neurowissenschaft gibt es dafür ein einfaches Prinzip. Donald Hebb formulierte es so: „Neurons that fire together wire together.“ Wenn Nervenzellen immer wieder gleichzeitig aktiv sind, verstärken sich ihre Verbindungen. Das Gehirn baut Muster. Je öfter ein Muster läuft, desto stabiler wird es.

Auch der Pawlowsche Reflex ist hier ein hilfreiches Denkmodell. Wenn du etwas nicht verträgst, aber etwas sehr Ähnliches verträgst, kannst du genau diese Ähnlichkeit als neue Reizzuordnung nutzen.

 

Wenn ich eine Apfelallergie habe, aber Birnen noch vertrage, dann sage ich:

„Äpfel sind Kernobst. Birnen sind Kernobst. Weil Birnen harmlos sind, sind Äpfel auch harmlos.“

Dann bringe ich mich in einen Zustand, der mit einer Art Trance verbunden ist. Das muss keine Entspannung im klassischen Sinn sein. Das kann auch Radfahren sein, Schubladen aufräumen oder Spazierengehen.

Dann sage ich beim Ausatmen immer wieder den Satz vor mich hin: Birnen sind Kernobst, Äpfel sind Kernobst, Birnen sind harmlos, also sind Äpfel harmlos. Luft holen, wieder von vorn.

 Weil ich dabei das Ausatmen verlängere, komme ich tiefer in so eine leichte Trance. Und in diesem Zustand ist das Unterbewusste oft nicht mehr ganz so kritisch gegenüber dem Satz.

 Das Gehirn ist faul, es will Energie sparen. Und wenn es einen Satz oft genug hört, schluckt es ihn irgendwann. Meine Erfahrung: Nach ungefähr 14 Tagen beginnt sich etwas zu verschieben.

 Nein, sicher kann man nicht alle Allergien auf diese Weise symptomlos machen. Und sicher lässt sich auch nicht jede allergische Reaktion auf Stressregulation oder gelernte Reaktionsmuster zurückführen.

Dein Immunsystem lernt dein ganzes Leben

Was könnte hinter so einer Reaktion noch stecken?

Was wäre, wenn eine Allergie nicht nur immunologisch erklärbar ist, sondern zusätzlich einmal eine Art Schutzfunktion hatte? Nicht bewusst, nicht geplant – aber funktional.

Sie schafft Abstand, vermeidet Situationen oder zieht Grenzen, die ein Mensch selbst nicht klar setzen kann.

Peter erzählte, dass seine Allergie ungefähr zu Beginn seiner Schulzeit begann. Gerade dieser Übergang kann für ein Kind stressig und überfordernd sein. Im Kindergarten freut man sich vielleicht noch auf die Schule – und dann ist plötzlich alles anders. Neue Regeln. Neue Erwartungen. Neuer Druck.

In so einer Phase kann ein Symptom auch eine entlastende Funktion bekommen.

Seit dieser Zeit reagierte sein Körper auf verschiedene Lebensmittel. Die therapeutische Frage wäre dann: Braucht dein System diesen Schutz heute noch – oder darf es ihn deaktivieren?

Sicherheit zuerst! - Ich arbeite nie gegen die Notfallmedizin.

 

Wer Atemnot hatte, packt Antihistaminikum oder Notfallset ein – egal, wie gut es gerade läuft.

Umlernen heißt nicht „mutig sein“. Umlernen heißt: sicher üben.

Peters Apfelmoment

Als praktizierender Buddhist war Peter darin geübt, seinen inneren Zustand bewusst zu beeinflussen. Das hat ihm vermutlich geholfen, sich konzentriert auf die Übung einzulassen.

Am Ende sind wir zusammen über den Atlantik gesegelt, zu viert auf einem Segelboot. Seine Apfelallergie hatte sich erledigt. Das war die erste Allergie, mit der er angefangen hatte zu arbeiten.

Er hatte keine Symptome mehr, als er in einen Apfel biss. 

Mann ist Apfel uf einem Segelboot in der Nachmittgssonne

Könnte das auch bei dir funktionieren?

Wenn Stressregulation bei Allergien oder anderen Symptomen eine Rolle spielt, kommt fast automatisch die Frage: Könnte das auch bei mir ein Faktor sein? Genau das kannst du testen.

Ihr Titel

Mein Stress-Typ-Test hilft dir herauszufinden, wie du mit Stress umgehst und ob deine Reaktionsmuster eher hilfreich oder eher dysfunktional sind. Er zeigt dir, wie du in belastenden Situationen typischerweise reagierst, wie gut du für dich sorgst und ob du deine Grenzen rechtzeitig wahrnimmst.

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